Törnbericht
SKO ANITA Törn A12
Schnuppertörn vom 03.10.06 bis 08.10.2006

Skipper: Arno Glauner

Vorgeschichte, Törnbericht, Resümee:

Vorgeschichte

Vor etwa zwei Jahren fragten mich meine Freunde, die Skilehrer des TV 06 Bad Neuenahr, ob sie nicht einmal mit mir und ANITA einen Segeltörn machen könnten.
Einige unser Ski begeisterten Gäste, haben bereits ANITA Törns mitgemacht und auch im Winter, beim Skilaufen werden manchmal ANITA Erlebnisse ausgetauscht. Was sollte also dagegen sprechen - und segeln auf ANITA ist mehr als ein Crashkurs in Sachen sozialer Kompetenz. So versprach ich spontan, die Einführung in das Segelleben an Bord von ANITA als Skipper zu begleiten. Wohl wissend, dass die alte Dame eine der schönsten klassischen Segelyachten in Deutschland ist.
Nachdem bereits in den Vorjahren verschiedene Termine nicht durchführbar waren, wurde es nunmehr mit dem Schnuppertörn A12 ernst.
Damit der Törn auch tatsächlich ein ANITA Schnuppertörn im Sinne der SKO werden sollte, konnte ich zwei weitere ANITA Novizen Stefan und Detlev, die jedoch große Segelerfahrung mitbrachten, begeistern. Somit hatten wir optimale Voraussetzungen bezüglich der Besatzung den Törn durchzuführen
Mit den sechs ANITA Neulingen Wolfgang, Patrick, Holger, Pit, Stefan und Detlev an Bord und mit vier erfahrenen ANITA Seglern Lothar, Martin, Helmuth und Arno, wurde der Törn zu einem unvergleichlichem Erlebnis.
Im Vorfeld der Reisevorbereitungen stand natürlich die Sicherheit für Besatzung und Schiff an erster Stelle. Die Reiseroute wurde dementsprechend mit Tageszielen und Häfen im Großen Belt gewählt. Die langfristigen Wettervorhersagen wurden beobachtet und ausgewertet. Auch war ein Nachtsegeln, bei entsprechenden Wetterbedingungen, oder eine Nacht vor Anker geplant. Für das leibliche Wohl konnten wir mit Skilehrer Pit, keinen besseren Smut finden, der uns gemeinsam mit seinen Backschaftern sehr verwöhnt hat. Leider musste Dr. Holger ein paar Tage vorher den Törn aus beruflichen Gründen absagen.

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Törnbericht

Am Mittwoch und Donnerstag konnten wir bei herrlichem Segelwetter, zum Teil unter voller Besegelung (Vorsegel, böses Segel und Besan), über Spodsberg auf Langeland, nach Korsör auf Seeland laufen. Das Großsegel, wurde von Skilehrer Patrick kurzerhand zum "bösen Segel" erklärt. Warum wurde uns natürlich schnell klar. Er wollte ANITA in ihrem Element, bei raumen Winden und in schneller Fahrt erleben. Seine Begeisterung hielt sich nach einer Weile, dann doch in Grenzen.
Der langfristige Wetterbericht sagte zum Wochenende, ab Samstagabend ein Tief mit Starkwind aus westlichen Richtungen vorher und so machten wir uns am Freitagmorgen, bei südwestlichen Winden um 4 bis 5, von Korsör aus, auf den Weg in Richtung Heimat.
Kurz vor der Abreise stellten wir zu unserem Entsetzen starken Gasgeruch fest. Nach Gasalarm durch den Skipper, alle Mann von Bord, abdrehen der Gasflasche, lenzen und lüften, konnte als Ursache eine undichte Stelle im Bereich des Gasanschlusses in der Gaskiste festgestellt werden.

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Für mich ist es immer wieder ein unvergessliches Erlebnis unter Segel, aus einem Hafen auszulaufen. An Bord war alles gut für einen Kreuzkurs mit Wind gegenan vorbereitet. Die Stimmung der Mannschaft war nach dem gelungenem Hafenmanöver gut und so machten wir uns auf den Weg. Es sollte ein langer Ritt werden, denn das vorhergesagte Tiefdruckgebiet mit Starkwind aus Süd, kann dann doch erheblich schneller als vorhergesagt und stand für den Rest der Reise voll gegenan.
Mit Lothar, Stefan, Martin und Detlev hatte ich eine sehr umsichtige Crew, die bei eingeschränkter Mannschaft, ANITA jederzeit durch die Fährnisse des Großen Beltes und der Kieler Bucht, sicher nach Hause gebracht haben.
Unvergesslicht das Segeln bei Nacht, beim Eingang in die Kieler Bucht, mit Starkwind und stellenweise Vollmond, nicht unerheblichem Schiffsverkehr, Gischt und Brecher übers Vorschiff, Vorsegelwechsel und dem Absingen nicht ganz jugendfreier Lieder von Stefan und Lothar als der Wind und die See nochmals zulegte. Momente, die auf ewig verbinden. Vielleicht ist es das, was Segeln ausmacht.
Nachdem wir dann, nach 150 sm gegenan, am Feuer Kieler Bucht standen, wurden auch die restlichen Crewmitglieder wieder munter und konnten mit eingesetzt werden.
Jetzt aber drehte Lothar aber erst richtig auf. Nicht nur, dass er ununterbrochen Standorte, Wendemarken in die Seekarte eintrug, nun waren Regattawenden außerhalb des Schifffahrtsweges angesagt, um nach Laboe auf kreuzen zu können.
Die Küstenwache begleitete uns beim Einlaufen in die Förde eine ganze Weile und beobachtete unsere Segelei, ohne jedoch Funkkontakt aufzunehmen.
In Anbetracht der Starkwinde um 7, aus westlichen Richtungen, forderte ich kurz vor Laboe Schlepp- und Hilfe für das Anlegemanöver, bei unseren Freunden von der DGzRS an. Zuvor hatten wir telefonisch und auch über Funk versucht den Hafenmeister zu erreichen. ANITA wurde kurz vor Hafen Laboe von der DGzRS auf den Haken genommen und so konnten wir mit ihrer Hilfe, nach einem kleinen Missgeschick im Hafen (Schlepptrosse kann in die Schraube), wohlbehalten, nach 226 sm, gegen 13,30 Uhr an der Pier in Laboe anlanden.
Aufgrund der schwierigen Wetterbedingungen haben wir den Törn einen Tag früher als geplant beendet.

Resümee

ANITA ist bei entsprechender Schiffsführung, eine tolle absolut seegängige Yacht, mit der man sich auch bei schwerem Wetter nicht sorgen muss. Mein Dank gilt allen Crewmitgliedern, besonders jedoch Lothar, Martin und Stefan. Mit allen Crewmitgliedern würde ich gerne jederzeit wieder auf See gehen. Vor allem aber, möchte ich irgendwann noch mal mit Lothar zusammen einen Törn machen.

Die Crewmitglieder:

1. Arno Glauner, Skipper           6. Patrick Weiland
2. Lothar Gerhardt, I WO           7. Wolfgang Löwen
3. Martin Wagner, II WO            8. Dr. Holger Schwierz (abgesagt)
4. Detlef Brandenburg                 9. Pit Lüschper, Smut
5. Helmuth Stoll                          10. Stefan Steinmeier

Skipper Arno Glauner, Sinzig, den 15.10.2006