updated 17.06.10       © 2010 by Manfred Ernst

Die Präsidenten und Ehrenmitglieder der Segelkameradschaft Ostsee

Commodore:  Jellrich Rassau (verst.)
Ehrenpräsident:  Peter Eider

Präsidenten:
1962 - 1966:  Josef Becker
1967:  Georg Schollmeyer
1968 - 1992:  Peter Eider
1993 - 1995:  Walter Brand
1996 - 2002:  Manfred Ernst
2002 - 2007: Dr. Karl Ludwig Sattler
2007 - 2008: Hans-Diether von Wehren
2008 - 2009 : Dr. Peter Fiegel
2009  - 2010: Volker Christmann

Ehrenmitglieder:
Walter Brand (2009 niedergelegt)
Manfred Ernst (2009 niedergelegt)
Karl Seelbach (verst.)
Ernst Weber

Geschichte der Segelkameradschaft Ostsee

Eine Eignergemeinschaft, der auch unser heutiger Commodore Jello Rassau angehörte, entdeckte 1961 die „ANITA" auf der Werft von Abeking und Rasmussen und kaufte sie von dem damaligen Eigner, der Familie Rau.
Um die „ANITA" mit einem größeren Kreis von Freunden organisiert segeln zu können, wurde 1962 von einem Kreis interessierter Mitglieder des Segelclubs Rheingau die Segelkameradschaft Ostsee gegründet.

jello.gif (54399 Byte) Die Mitgliederzahl wächst von Jahr zu Jahr, „ANITA" wird während der ganzen Saison gesegelt und die     Reisen gehen immer weiter hinaus. 1969 segeln wir, unter anderem, von Kiel  rund Skagen über Irland nach    Spanien und zurück. 1970 segelt Peter Eider von der Trave rund um Island zum Polarkreis und zurück. Die SKO ist jetzt so gewachsen, daß ein zweites Schiff benötigt wird. Der Chartertourismus, wie wir ihn heute kennen, war damals noch unbekannt. Die SKO chartert von Claus Hehner die „MEX". Unsere Schiffe segeln jetzt durchschnittlich  15.000 Meilen im Jahr. 1972 wird, da uns die „MEX" nicht mehr zur Verfügung steht, die „REGINA" ex „KÖNIGIN" gekauft, ein A&R-Bau aus Mahagoni wie die „ANITA". Sie macht in den folgenden Jahren viele Reisen im Mittelmeer und zu den Atlantischen Inseln.
1986 feiern wir das 25-jährige Jubiläum der Segelkameradschaft. Aus der Idee von drei Freunden ist inzwischen eine, im Kreis der europäischen Fahrtensegler, bekannte Institution geworden, zum einen wegen der Leistungen unserer Skipper und Crews, zum anderen aber auch aus Bewunderung für unser geliebtes Flaggschiff, die „ANITA". Sie ist die einzige 12mR-Yacht, die solche Reisen unternimmt, und dieses ohne Motor. Wir können eine stolze Bilanz vorweisen: Im Fahrtenwettbewerb der Kreuzerabteilung des Deutschen Seglerverbandes wurden in den ersten 25 Jahren seit Bestehen der SKO 83 (bis heute sind es schon 139) Plaketten für besondere Leistungen an unsere Schiffsführer vergeben, davon 14 (26) goldene,25 (52) silberne und 44 (61) bronzene Plaketten. Mehrfach waren wir im Schlimbachwettbewerb des Kieler Yacht Club um den Kronenkompass auf den vorderen Plätzen. Dazu kommen noch weitere wertvolle Preise. (siehe auch gewonnene Preise)

Inzwischen sind schon wieder fast 20 Jahre ins Land gegangen. Die Helden der ersten Jahre werden weniger und etwas müder. "REGINA" wurde verkauft und durch einen modernen Neubau, die "WESTWIND" ersetzt, die vornehmlich von den jüngeren Jahrgängen gesegelt wurde. Zur 500-Jahrfeier der Entdeckung Amerikas in New-York segelte die "ANITA" über den großen Teich, ein Gemeinschaftsunternehmen von 7 Crews, wobei Holland, England, die Azoren, die Bermudas, die USA, Canada, Grönland und die Faröer angelaufen wurden. Auf der letzten Etappe der Reise, kurz nach dem Auslaufen aus Aberdeen, kam dann der Mast von oben und das Unternehmen war zu Ende. Doch im nächsten Frühjahr stand ein neuer Mast auf unserem Flaggschiff und es konnte weiter gehen. 1996/97 musste Anita unter Einsatz erheblicher Mittel total überholt werden. "WESTWIND" mußte verkauft werden, um die Renovierungskosten unserer "ANITA" zu finanzieren.
Im Herbst 1997 fiel ANITA in einem Orkan in der Nordsee, von einer Monstersee und kenterte. Es entstand glücklicherweise nur erheblicher Sachschaden.

Im August 2001 nahm ANITA an den Regatten zum 150ten Jubiläum des America´s Cup in Cowes teil. Etwa 40 Zwölfer waren hier versammelt. Ein Ereignis, was sich so schnell nicht wiederholen wird.
Doch, wie schon gesagt, die alten Helden werden müde und der Nachwuchs kommt zwar, doch nicht ganz so wie in den ersten Jahren, was wohl stark mit der Entwicklung des Chartergeschäftes zusammenhängt. Um unsere Idee, das Segeln auf einem motorlosen Oldtimer wie der "ANITA", in Zukunft noch weiterführen zu können, brauchen wir Freunde, die das Segeln auf einem solchen Schiff mit all seinen Unbequemlichkeiten und Schwierigkeiten mehr lieben, als auf einem unpersönlichem Charterschiff mit allen Bequemlichkeiten und Hilfsmitteln der modernen Technik "Urlaub" zu machen.
2008 verdüsterte sich der Himmel über ANITA. Mit größeren Schäden im Unterwasserereich mußte sie auf die Werft. Ein Finanzbedarf von mehr als 300.000 Euro zeichnete sich ab. Dazu kamen unterschiedliche Meinungen über die Zukunft der SKO und der ANITA. Eine Gruppe aus dem SCR, die mehr an dem Regatta- und dem Event-Segeln interessiert war, stand gegen die traditionellen Fahrtensegler. So kam es dann 2009 auf der Mitgliederversammlung dazu, daß diese Gruppe die SKO übernahm und die Auflösung der alten SKO betrieb.
Eine Polarisierung auf den Segelclub Rheingau wurde nur allzu deutlich. Unsere Idee, eine weltoffene Kameradschaft im Sinne der Seefahrt und einer guten Seemannschaft zu sein, verkommt jetzt zu einem eng regional eingebundenen Dorfverein, der auch einmal Seeluft schnuppern will. Viele unserer alten "Kameraden" haben aufgrund der neuen Verhältnisse der SKO den Rücken gekehrt.
Die letzen 40 Jahre mit ANITA waren eine schöne Zeit, die die alten Freunde sehr genossen haben, an denen viele Erinnerungen hängen und die eine enge Kameradschaft zusammengeschweißt haben. Wir haben uns in diesen Jahren eine ansehliche Reputation bei den Seeseglern in Nord- und Ostsee und rund um den Nordatlantik geschaffen und deren Achtung gewonnen.
Am 20.Februar 2010 wurde die Segelkameradschaft Ostsee von Mitgliedern des Segelclub Rheingau mit "demokratischer" Mehrheit in einer extra dazu einberufenen Mitgliederversammlung endgültig aufgelöst. Die meisten "auswärtigen" alten SKO Freunde hatten sich unter den geschaffenen Umständen schon früher von der SKO verabschiedet.
An diesem 20. Februar endete eine großartige Geschichte. Das Lebenswerk eines großen Mannes (Jello Rassau) wurde aus billigen Motiven zugrundegerichtet.

Mehr Informationen siehe unter „Lebenslauf der 12 mR Yacht „ANITA" und gewonnene Preise